| Vereinsgeschichte des TTV 45 Altenkunstadt 1997 e. V. |
| Tischtennisabteilung des 1. FC Altenkunstadt e. V. |
| (1945 bis 3. April 1997) |
| Wenige
Monate nach Kriegsende 1945 wurde die Tischtennisabteilung des 1. FC
Altenkunstadt gegründet. In der ehemaligen Gastwirtschaft Sünkel am
Marktplatz konnte an einer Platte trainiert werden. Im Müllersaal und in
der Kantine der Schuhfabrik Kreuch fanden die ersten Freundschafts- und
Verbandsspiele statt. Herr Dr. Borges, der sich als 1. Abteilungsleiter
zur Verfügung stellte, Herr Anton Leikeim, der als Hauptinitiator galt
und die Herren Reinert Möller, Klomann, Fietz, Prija, Kapellmann, Adolf
Dentsch und Bodeck waren die Gründungsmitglieder der
Tischtennisabteilung. So manche Probleme stellten sich den Aktiven bei der Ausübung ihres Sportes entgegen. Tischtennisbälle gab es kaum, Schläger hatten Sandpapier- oder Korkbelag, selbstangefertigte Tische dienten als Trainingsplatten und die Fahrten zu den auswärtigen Tischtennisfreunden kosteten Geduld und Opferbereitschaft. Das Altenkunstadter Tischtennisteam, das zu jener Zeit Spielverkehr mit Bamberg, Ebersdorf/L., Neustadt/Co., Mönchröden und Kronach pflegte, fuhr mit dem Zug zu den Spielen. Langsam fand auch das weibliche Geschlecht Gefallen an dieser Sportart. Die Damen Kerling, Rose, Fietz und Feige bildeten eine Mannschaft. Insgesamt sechs Jahre trainierten die Akteure im Sünkel-Saal, in dem auch der bisher hervorragendste Spieler der Abteilung, Sepp Seiz, das Tischtennisspiel erlernte. Im Jahre 1951 siedelten die Sportler in die ehemalige Synagoge über und konnten nun auf zwei Platten spielen. Mit der Aufstellung Sepp Seiz, Gerhard Bonfig, Roland Bodeck, Heinrich Wolf, Reinhold Gillig und Alfred Spörlein wurde an den Rundenwettkämpfen der damaligen Kreisliga Oberfranken West teilgenommen. Erster Vereinsmeister wurde Alfred Spörlein. 1948 entthronte der damals 14jährige Sepp Seiz seinen Vorgänger mit einem knappen 3 : 2 Erfolg und verteidigte diesen Titel bis zu seinem Wechsel 1952 zum TTC Burgkunstadt erfolgreich. Sepp Seiz schrieb in den 50er und 60er Jahren Tischtennisgeschichte: Deutsche Meistertitel im Doppel, hervorragende Ergebnisse in den Einzelkonkurrenzen, fast fünfzig Berufungen in die Nationalmannschaft, viele Teilnahmen an internationalen Turnieren sowie an Weltmeisterschaften in Japan und Dortmund. In Bayern war Seiz neben Conny Freundorfer der bekannteste und beste Spieler. Im Jahre 1959 wurden dann erstmals die Kreis - Einzelmeisterschaften in Altenkunstadt ausgetragen. Ein denkwürdiges Jahr war 1963 für die Tischtennisabteilung. In diesem Jahr konnte man das bisherige Spiellokal, die ehemalige Synagoge verlassen und in die neue Turnhalle an der Baiersdorfer Straße umziehen. Dies brachte erheblich verbesserte Spielbedingungen. Ein Eröffnungsturnier sah 180 Teilnehmer an sechs Tischen in der neuen Halle und an vier Tischen im Müller-Saal um den Sieg kämpfen. 1964 waren dann bereits sieben Mannschaften für den 1. FC Altenkunstadt aktiv. Erfreulich war auch die Neugründung von zwei Damenmannschaften, an denen Frau Borges maßgeblichen Anteil hatte. Am 2.12.1970 wurde Hans-Dieter Sutter zum neuen Abteilungsleiter gewählt. Bis zum heutigen Tage führt Sutter dieses nicht immer leichte Amt aus. Mittlerweile konnte die Abteilung zeitweise bis zu zwölf Mannschaften in die Punktspiele schicken. Sieben Herren-, zwei Damen-, zwei Jungen- und eine Mädchenmannschaft machten von sich reden. Nachdem auch die Kordigasthalle in Röhrig fertiggestellt war, konnten hier viele Meisterschaften durchgeführt werden. Ein Höhepunkt war die Veranstaltung um den Bayernschild. In den 70er Jahren begann auch Martin Hügerich. Der durch einen Arbeitsunfall an den Rollstuhl gefesselte Sportler spielte 1977 erstmals für die Rollstuhl - Nationalmannschaft. Es war der Anfang einer beispiellosen Karriere dieses Versehrtensportlers. Er wurde Deutscher Meister, Mannschafts-Europameister, Olympiasieger, um nur einige Stationen seiner Tischtennislaufbahn zu nennen. Nachdem vor allem die 1. Herrenmannschaft einige Rückschläge in Kauf nehmen musste, ging plötzlich ein Ruck durch die Abteilung. Im Jahre 1977 kehrte der ,,verlorene Sohn" Sepp Seiz als Spielertrainer nach Altenkunstadt zurück. Gleichermaßen ging es von nun an wieder aufwärts. Von der Bezirksliga III marschierte die 1. Herrenmannschaft bis in die Oberfrankenliga. Das Team mit Sepp Seiz, Uwe Niewiadomski, Ulrich Bauer, Klaus-Dieter Beier, Werner Gehringer, Herbert Gillig und Norbert Hügerich konnte im alles entscheidenden Spiel in Nordhalben den erhofften Punktgewinn erspielen und in die Oberfrankenliga aufsteigen. Die Freude hierüber dauerte bis ins Spieljahr 1991 / 92, in dem man den Abstieg hinnehmen musste. Die 1. Herrenvertretung spielte dann in der Saison 1992 / 93 in der Bezirksliga II. Nachdem man sich für die Rückrunde durch den tschechischen Zweitligaspieler Radovan Janasek verstärkt hatte, hat man die Chance genutzt und den Wiederaufstieg in die höchste Klasse Oberfrankens geschafft. Die Saison 1994 / 95 wurde zur besten Saison, die die 1. Herrenmannschaft in dieser Klasse seitdem spielte. Seit Jahren zu den Besten zählen die weiblichen Akteure. Die erste Damenmannschaft spielt derzeit mit viel Erfolg in der Bezirksliga II. Seit ihrer Neugründung 1964 schafften sie schon öfters den Aufstieg in die Oberfrankenliga und brachten so hervorragende Spielerinnen wie Renate Hiebsch, Erika Ullmann und Irene Zöcklein - die derzeitige Nummer 1 - aus ihren Reihen hervor. Die zweite Damenmannschaft, zwei Jahre aus dem Spielwettbewerb zurückgezogen, konnte nach ihrem neuerlichen Start in der Saison 1994 / 95 auf Anhieb den Meistertitel in der Kreisliga I und damit den Wiederaufstieg in die Bezirksliga III erringen. Gleichzeitig wurden die Damen Sieger im Eckhardt - Pokal auf Kreisebene und erreichten das Endspiel auf Bezirksebene. Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte der Tischtennisabteilung zählt zweifelsohne das 50-jährige Jubiläum, das 1995 gefeiert werden konnte. Mit einem großen Festabend, der in der Kordigasthalle stattfand, wurde dieses erfreuliche Ereignis mit den den Freunden der Abteilung vollzogen. Zu den Ehrengäste zählten der Präsident des BTTV, Herr Claus Wagner, der BTTV-Bezirksvorsitzender, Herr Joachim Franke, der BTTV-Kreisvorsitzende, Herr Hartmut Müller, sowie andere Vertreter von zahlreichen befreundeten Vereinen, die Ihre Glückwünsche überbrachten. In den folgenden Jahren konnte man mit den Leistungen der Mannschaften durchaus zufrieden sein. Die Anzahl der am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften wuchs in den Jahren ständig an. 1994/95 nahmen insgesamt 11 Mannschaften (7 Herren-, 2 Damen-, 2 Jungenmannschaften) teil. 1995/96 waren es 12 und 1996/97 sogar 13 Mannschaften (7 Herren, 2 Damen, 2 Jungen- und 2 Mädchenmannschaften). Im August 1996 wurde mit den Jugendlichen ein Zeltlager in Prutting bei Rosenheim veranstaltet. Freundschaftsspiele mit dem SV Prutting, gemeinsame Abende und ein Besuch des Schlosses Herrenchiemsee standen auf der Tagesordnung. Dieses Zeltlager war ein voller Erfolg bei den Jugendlichen und den Betreuern. Unter der Leitung des Abteilungsleiters Hans-Dieter Sutter wurde im Jahre 1996 die Selbstständigkeit der TT-Abteilung ein Thema im Ausschuss. Die Mitglieder dieses Gremiums beschlossen, die Eigenständigkeit in die Wege zu leiten und somit einen wichtigen und zukunftsweisenden Schritt zu gehen. Nach vielen Sitzungen, die mit der Ausarbeitung der Satzung und Geschäftsordnung als Tagespunkt hatten, konnte die entscheidende außerordentliche Sitzung mit den Mitgliedern der Tischtennis-Abteilung stattfinden. |